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Juni 20, 2018

Gesellschaft

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 11

Kann man Glauben und Mut irgendwie üben? Glauben kann man tatsächlich jeden Augenblick üben. Man braucht Glauben, um ein Kind zu erziehen; man braucht Glauben, um einschlafen zu können; man braucht Glauben, um mit irgendeiner Arbeit anzufangen. Aber wir alle pflegen ja die­se Art von Glauben zu besitzen. Wer ihn nicht hat, leidet an einer

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 10

Während der irrationale Glaube in der Unterwerfung unter eine Macht, die als überwältigend stark, als allwissend und allmächtig empfunden wird, und im Verzicht auf die eigene Kraft und Stärke wurzelt, gründet sich der rationale Glaube auf die entgegengesetzte Erfahrung. Wir besitzen diese Art von Glauben an eine Idee, weil sie das Ergebnis unserer eigenen Beobachtungen

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 9

Wir sind uns der Existenz eines Selbst, eines Kerns unserer Persön­lichkeit bewusst, der unveränderlich ist und unser ganzes Leben lang fortbesteht, wenn sich auch die äußeren Um­stände ändern mögen und wenn auch in unseren Meinun­gen und Gefühlen gewisse Änderungen eintreten. Dieser Kern ist die Realität hinter dem Wort »Ich«, auf der unsere Überzeugung von unserer

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 8

Steht Glaube notwendigerweise im Gegensatz oder ist er geschieden von Vernunft und rationalem Denken? Wenn man das Problem des Glaubens auch nur ansatzweise ver­stehen will, muss man zwischen dem rationalen und dem ir­rationalen Glauben unterscheiden. Unter einem irrationa­len Glauben verstehe ich einen Glauben (an eine Person oder eine Idee), bei dem man sich einer irrationalen

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 7

Notorisch ist auch der Mangel an Objektivität in Bezug auf andere Völker. Von einem Tag zum anderen wird ein anderes Volk als höchst gemein und bösartig empfunden, während das eigene Volk alles, was nur gut und edel ist, ver­körpert. Alles, was der Feind tut, wird mit dem einen – alles, was man selbst tut, wird

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 6

Bisher haben wir uns mit dem beschäftigt, was zur Aus­übung einer jeden Kunst notwendig ist. Jetzt möchte ich mich der Erörterung jener Eigenschaften zuwenden, die für die Fähigkeit zu lieben von spezifischer Bedeutung sind. Nach allem, was ich über das Wesen der Liebe gesagt habe, ist die Hauptvoraussetzung für die Fähigkeit, lieben zu können, dass

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 5

Der Durchschnittsmensch hat ein gewisses Gespür für die Prozesse, die sich in seinem Körper abspielen; er be­merkt Veränderungen, selbst einen geringfügigen Schmerz; zu dieser Art von körperlichem Gespür kommt es relativ leicht, da die meisten Menschen eine Vorstellung da­von haben, wie man sich fühlt, wenn es einem gut geht. Das gleiche Gespür in Bezug auf

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 4

Auf andere konzentriert zu sein heißt vor allem, zuhören zu können. Die meisten hören sich an, was andere sagen, oder erteilen ihnen sogar Ratschläge, ohne ihnen wirklich zuzuhören. Sie nehmen das, was der andere sagt, nicht ernst, und genauso wenig ernst nehmen sie ihre eigenen Antworten. Die Folge ist, dass das Gespräch sie ermüdet. Sie

Liebe und Gesellschaft / Erich Fromm 3

Sich zu konzentrieren ist in unserer Kultur noch weit schwieriger, wo alles der Konzentrationsfähigkeit entge­genzuwirken scheint. Der wichtigste Schritt dazu ist, zu lernen, mit sich selbst allein zu sein, ohne zu lesen, Radio zu hören, zu rauchen oder zu trinken. Tatsächlich bedeutet sich konzentrieren zu können dasselbe wie mit sich allein sein zu können –

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