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Juni 20, 2018

Im Rausch ertränkt


Wenn man einmal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einer Stadt, soweit sie über diese verfügt gefahren ist, kann man etwas berichten. Vorausgesetzt man ist noch nicht total abgestumpft. Sei es der Zustand der unzulänglichen Beförderungsmittel, oder der der Fahrgäste. 🙂

In diesem Fall geht es um letztere. Das wirklich erschreckende dabei war das überwältigende Gefühl des Mitleids. Wenn um 8:30 Uhr jugendliche die nicht älter als 16 Jahre sind in einem wohlhabendem viertel der Hauptstadt sich Ihre ersten Biere genehmigen und diese weder die ersten, noch die letzten sind, sondern lediglich den Pegel halten, dann fragt man sich schon wie es dazu kommen konnte.

Neben der Straßenbahn fahren die geschützten Panzerwagen der Einfamilienbesitzer entlang. Die SUV Juppischleudern der nicht hören, nichts sehen, nichts fühlen Generation. Deren Freunde Ihrer Kinder mir gerade gegenüber sitzen und Ihre Alkoholfahren ausbreiten.

Das kapitalistische System. Ja ja das ist Schuld. Na ja erst mal weiter lesen dann meckern!

Da sitze ich nun im sicheren Schützenpanzerwagen meiner Möglichkeiten mir gehts ganz gut, aber das fällt mir nicht mehr auf und mir fällt auch nicht auf was um mich herum passiert. Zum Beispiel in der Straßenbahn neben an. Alles was man tut erzeugt immer auch eine Gegenseite. Die gute alte Dualität der Dinge. Man kann auch mathematische Gleichung dazu sagen. Wenn ich also in meiner Juppie Schleuder sitze dann muss auf der anderen Seite etwas stehen, das dies ermöglicht. Meine Möglichkeiten erzeugen auf der anderen Seite Hoffnungslosigkeit.

So einfach ist das nicht,  denken Sie vielleicht gerade. Doch so einfach ist das. Die Frage ist doch wie komme ich eigentlich dazu 2 Tonnen Schrott herum zu fahren? Habe ich mir das selber gebaut? Nee!!  Quatsch ich bin Analyst, Designer, Manager, Verkäufer von Schnickschnak, oder aber verhökre gerade den Regenwald an Investoren für Palmkernöl. Was auch immer. Und Sie glauben das wirkt sich nicht aus? Doch tut es. Und auch noch genau vor ihrer eigenen Haustür.

Das diese offensichtliche Kluft die unsere Gesellschaft zu einer Farce werden lässt, in der das Wort Gesellschaft schon verhöhnt wird, tritt immer weiter zu Tage. Diese jugendlichen leiden an Hoffnungslosigkeit, Wertlosigkeit und dem Gefühl nutzlos, sinnlos zu sein. Ich glaube es gibt keine größere Qual, als das ertragen zu müssen.

Aber der Kapitalismus erzeugt nun mal genau das. Menschen die Möglichkeiten haben und welche die diese komplett verlieren, ohne diesen Prozess der Erzeugung von menschlichem Abfall gäbe es nicht auch all das was glänzt. Wäre dem nicht so hätte man es wohl mit echtem Sozialismus, oder so einer Krankheit zu tun .

Eines ist aber klar die Kinder dieser Jugendlichen werden es noch schwerer haben sich einen Sinn in Ihrem Leben zu schaffen, nachdem sie nur noch Sinnlosigkeit erlebt haben. Was dann wiederum die Etablierung einer strengen Dualität erzeugt. Die die den Kapitalismus erhalten und sich hohe Mauern bauen müssen, um von den Auswirkungen die sie erzeugen nicht erschlagen zu werden. Auf der anderen Seite stehen die jenigen die an Nutzlosigkeit, Gewalt und Hoffnungslosigkeit leiden. Beide Seiten stehen unter Druck, beide Seiten machen sich gegenseitig das Leben schwer. Sicherlich auf unterschiedliche Weise.

Was dieses System des Kapitalismus am Leben hält ist unter anderem unser Streben nach Schutz, Sicherheit und Freiheit. Das dies aber nur zusammen möglich ist und nicht getrennt von einander wird dabei zu oft vergessen. Der Kapitalismus besetzt diese Stellen der Bedürfnisse, gaukelt vor diese zu erfüllen und vereinzelt die Akteure dieses Spiels. Das machen übrigens auch alle anderen Gesellschaftssysteme, aber der Kapitalismus ist darin der Meister. Das Spiel ist genial man kann nicht aufhören, es macht süchtig. Es zerstört nicht mehr und nicht weniger als unsere Menschlichkeit. Das was ein Leben lebenswert macht.

Es gibt aus einem Film ein schönes Zitat, das da lautet: “Ich möchte nicht überleben! Ich möchte Leben!” In diesem Sinne, der letzte räumt die Erde auf.

Danke fürs lesen.

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